Kismet – das Schicksal

Kismet – übersetzt „das Schicksal“ – birgt all die großen und kleinen Geschichten der sephardischen Erinnerungskultur in sich. Den meisten Menschen ist die Vertreibung der jüdischen Sephardim im späten 15. Jahrhundert kaum ein Begriff. Umso wichtiger ist es, sich mit diesem Teil der jüdischen Geschichte auseinanderzusetzen.


Beschreibung des Projekts:

Das Symposium der 15. Balkantage setzt sich mit der sephardischen Erinnerungskultur auseinander.
Kismet – übersetzt „das Schicksal“ – birgt all die großen und kleinen Geschichten der sephardischen Erinnerungskultur in sich. Den meisten Menschen ist die Vertreibung der jüdischen Sephardim im späten 15. Jahrhundert kaum ein Begriff. Umso wichtiger ist es sich mit diesem Teil der jüdischen Geschichte auseinanderzusetzen.
Das kulturelle Erbe der jüdischen Sephardim ist mit der Vertreibung der Juden von der liberischen Halbinsel zunehmend in Vergessenheit geraten. Überliefert wird es nur in der Erinnerung der Menschen. Um das wertvollen sephardischen Kulturerbe zu bewahren, muss die Erinnerungskultur gepflegt werden. Aus diesem Grund widmet sich das Symposium der diesjährigen Balkantage mit diversen Programmpunkten dieser Thematik. Gefördert wird das Ganze von der bayrischen Staatskanzlei.
Das Programm reicht von musikalischen Impulsen über selten gezeigte Dokumentar filme bis hin zu Vorträgen von angesehenen Referent*innen. Im Mittelpunkt steht dabei der Vortrag von Dr. Jozo Džambo, in dem die Wege der sephardischen Länder thematisiert werden. Auch die Dozenten Dr. Elizer Papo und Mensur Colaković werden dem Publikum mit ausgewählten Vorträgen die Geschichte und Kultur der jüdischen Sephardim nahebringen. Darüber hinaus wird Autorin Sonja Elazar ihr Buch „Aus dem Album der bosnischen Sephardim“ vorstellen.
Die Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur findet jedoch nicht nur auf theoretischer Ebene statt. Verschiedene künstlerische Beiträge von Kulturschaffenden lassen das Publikum die sephardische Kultur nachfühlen und vermitteln den Menschen den inneren Kern dessen, was ihre Kultur ausmacht. Mit dabei sind die Künst lerinnen Yasmin Levy und Aida Čorbadžić, sowie der Vokalinterpret Aleksandar Saša Kabiljo. Dokumentarfilme, die auch Einzelschicksale und sephardische Biografien in den Blick nehmen, sorgen für eine abwechslungsreiche Unterhaltung. Gezeigt werden die Filme „Tarih – Laura Papo Bohoreta“, „Der Schlüssel Spaniens“, und „Sprache gespeichert“.
Aufgrund der Mitwirkung vieler Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Arbeitsbereichen, schafft es das Symposium, ein breites Publikum aller Altersklassen zu begeistern. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Balkanconnection 2.0“ bietet das Symposium besonders der jungen Generation des Balkans eine Plattform, um sich untereinander über den sephardischen Kulturschatz ihrer Region auszutauschen und sich miteinander zu vernetzen.
Das abwechslungsreiche Programm wird den gesamten Mittwoch, den 07. Juli, füllen. Pandemiebedingt wird alles online stattfinden, wodurch die Inhalte allerdings nicht weniger zugänglich übermittelt werden. Im Gegenteil, bietet die Onlinefassung einer deutlich größeren Anzahl an Menschen die Möglichkeit der Teilnahme. Auf der Website der Balkantage (www.balkantage.org) finden sich alle weiteren Informationen.

Potenziale kultureller Bildung:

Gerade in den letzten Monaten anlässlich des Nahost-Konflikts ist es in Deutschland zu zahlreichen offen antisemitischen Demonstrationen sowie Angriffen auf jüdische Personen und Institutionen gekommen. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 1909 antisemitistischen Vorfälle registriert, 25% mehr als im Vorjahr. Jedenfalls konnte die Hälfte der Fälle keinem eindeutigen politischen Hintergrund zugeordnet werden, sondern als rechtsextremistisch oder rechtspopulistisch gewertet wurden.
In dieser gesellschaftlichen Situation ist es sehr wichtig, die Projekte der Kulturerinnerung in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Nicht nur mit den Fakten und Zahlen zu dokumentieren, sondern mit der Musik und der Tradition, die 500 Jahre nach Vertreibung aufgehalten geblieben ist, zu überzeugen. Das Symposium ist für alle Altersgruppen vorgesehen.

Zusatzmaterialien:

https://balkantage.org/
https://www.hvmzm.de/

Ansprechpartner*innen:

Sadija Klepo, sadija.klepo@hvmzm.de

Institution und Projektträger:

Das Team des gemeinnützigen Vereins “Hilfe von Mensch zu Mensch” setzt sich seit mehr als 28 Jahren täglich dafür ein, unsere Gesellschaft menschlicher und toleranter zu gestalten. Wir glauben daran, dass jeder einen Platz finden und eine Bereicherung sein kann, wenn er Eigeninitiative aufbringt und die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Bei unserer Arbeit nutzen wir die kollektive Kraft unseres internationalen Teams, um ein positives Miteinander von Deutschen und Migrant*innen zu bewirken. Unsere Stärken bestehen in den unterschiedlichen Erfahrungsschätzen und kulturellen Hintergründen jedes einzelnen Mitarbeiters, deren Vernetzung innerhalb unseres Vereins aber auch extern mit Individuen, Organisationen und Institutionen in unserer Umgebung.
Der Verein ist der Träger der freien Jugendhilfe mit der KITA-Einrichtungen und Jugendprojekten und der Bildungsträger mit einem Sprach- und Prüfungszentrum. Wir sehen uns auch als ein Kulturverein, weil wir das Balkanfestival und andere kulturelle Veranstaltungen organisieren.
Aktuell betreut Hilfe von Mensch zu Mensch in der Flüchtlings- und Integrationsberatung rund 4.500 Geflüchtete, welche in Flüchtlingsunterkünften in kommunaler sowie staatlicher Trägerschaft leben (25 Gemeinschaftsunterkünfte und weitere 52 dezentrale Unterkünfte). Das Einzugsgebiet erstreckt sich über fünf oberbayerische Kommunen (Landeshauptstadt München, Landkreis München, Landkreis Weilheim-Schongau, Landkreis Miesbach, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Im Jahr 2018 zählte unsere Flüchtlings- und Integrationsberatung insgesamt mehr als 27.500 Beratungskontakte mit Geflüchteten.
Der Verein organisiert mit viel Enthusiasmus jedes Jahr das Festival Balkantage. Dieses Jahr feiern die Balkantage ein 15-jähriges Jubiläum mit dem Thema Balkanconnection 2:0 „Die junge Generation und die Zukunft der Region“

Mehr dazu unter www.hvmzm.de und www.balkantage.org

Sparte/n:

das Kulturfestival und erfreuliche Projekte Balkantage

Zielgruppe:

junge Menschen und jede Generation an die Kultur erinnert werden

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